Curt, Tagebuch
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18. VIII.

18. VIII. Heute früh endlich wurde der Vormarsch angetreten. Wir überschritten gegen 8.45 die Grenze bei Ober-Besslingen und marschierten über Gouvy-Cherain nach Fontenaille. Es war ein eigenes Gefühl, als wir die Grenze überschritten. Jede Inschrift französisch. Der Weg führte durch den Wald. Zur Sperrung waren wunderschöne Fichten, 80jährige gefällt und über die Strasse geworfen. Als Sperre gegen die preussische Kavallerie. Natürlich eine vollständig zwecklose Massnahme. Die Sperren waren zwangsweise von den Einwohnern wieder weggeräumt worden. Die Erste hatte sicher 1 km. Länge. Die Telegraphendrähte hingen zerschnitten von den Stangen herunter. Sämtliche Eingänge der Dörfer, die wir passierten, waren gesperrt gewesen.
Die Ankunft in unserem Dorfe machte uns viel Spass. Der Dorfälteste wurde gesucht, war auf dem Felde und festgesetzt. Meine Unterhaltung mit der alten Frau des Gutsbesitzers, bei dem ich die Pferde unterbringen will, ist komisch. Sie prasselt mir französisch entgegen, wovon ich natürlich wenig verstehe. Endlich sind wir einig. Auch das Aufsuchen von Trinkwasser geht dadurch vor sich, dass der Maire uns zum Brunnen führt, seine Kinder müssen das Wasser vor meinen Augen trinken, dann wird ein Posten mit Gewehr als Wache davor aufgestellt.
Sehr komisch wirkt auch die Unterhaltung. „Montréz moi lard, je veux acheter du lard, quelques Kilos!“ Der Bauer behauptet, er hätte keinen Speck, den haben aber die Grenadiere schon gefunden. Ich bin mit einem alten Bauern nach der „Budik“ gegangen, da gabs 10 Flaschen Bier. Die sollte er mir reservieren. Als ich raufschickte sie zu holen, waren sie schon von anderen Leuten weggeholt. Das nächste Mal trage ich die Flaschen selbst. Essen aus Feldküche. Schweinefleisch mit Reis, ein Glas Rotwein und Cognac vom Doktor. Wachen aufgestellt, Häuser nach Wasser durchsucht. Amt des französisch sprechenden Sch.

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