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13. VIII.

Früh über Waxweiler nach Leidenbern. Sehr heiss und anstrengend, leider bei der Kompagnie zwei Hitzschläge. Nicht schwer, immerhin bewusstlos. Abends Feldgottesdienst: Neumeister: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht etc. Kurze sehr eindringliche Ansprache. Abendmahl konnte nicht stattfinden, da Neumeister keinen Wein hat auftreiben können! Im Zelt zu vieren geschlafen, sehr gut.

12. VIII.

5° Abmarsch nach Lambertsberg, erhebliche Umwege wegen starker Steigung. Liegen 9. und 10. mit L.R. K 64 zusammen, sehr eng, Ortsbiwak. Zu kaufen gibts im Laden nichts mehr. Durchzüge von Truppen haben alles verbraucht. Immer noch sehr heiss. Wasser gibt es in Lambertsberg nicht mehr, mit Wagen holen lassen aus Nachbardorf.
32. ID soll vor uns sein. Leute wollen gegen 11° Artilleriefeuer gehört haben, ich hab nichts gehört. Die Leute sagen: „Wenn wir nur erst rauskämen!“ Stimmung ist gut, das Wetter heiss. Strasse teilweise steinig; Marschtempo muss wegen der Steigungen und Windungen langsam genommen werden. Die Zugpferde ziehen gut. Essen mit Mannschaftsküche. In der Nacht bei 12. Schiesserei, glücklicherweise ohne Erfolg.

10. VIII.

Am 10. Vorm. bei grosser Hitze Marsch nach Seffern. Mehrere Marschkranke. Seffern, kleines Dorf, kleine Häuser, französischer Stil. Viele weisse Schornsteine, Misthaufen an der Straße, Giebel nach der Strasse. Kirche roter Sandstein, innen bunt, ebenso wie in Kyllburg. Auf dem Marsch von da bei Malberg vorbei, hoher Berg mit Schloss, ein freistehendes Wesenstein, wunderschöner Laubwald. Die Stimmung der Truppe ist gut, bedarf allerdings der Anregung durch mich, ebenso wie die Zugführer. Der Bataillonskommandeur gibt keine Befehle, dafür allgemeine Direktiven. Hoffentlich bringen wir ihn bald dazu in Tätigkeit zu treten. Unterkunft eng. Sehr liebenswürdige Aufnahme durch die Quartierwirte. Bevölkerung ruhig, kein Zujubeln. Am Abend nach dem Essen im Gasthof Gespräch mit einem Bauern und einem Strassenwärter. Beide Zutrauen, dass wir siegen werden, loben die Grenadiere, die Sachsen sind Menschen. Sie sind auch gut, sehr ruhig, kein Radau im Dorf, Alkoholverbot.
Von Marie noch immer keine Nachricht.

9. VIII.

Am 9. früh Ankunft in Densborn. Langes Warten. Kalt, Nebel auf den Kyllwiesen, Mondschein. 2 Stunden Marsch nach Kyllburg. Bergstadt mit alter Kirche, Schule. Karte an Marie. Hotel Eifler Hof, sehr gut. Brodtkorb sehr zufrieden. Für 20 Sf. Mittag gegessen. Gänseklein. Morgen Abmarsch nach Seffern-Scheid. Wunderschöne Gegend. Hohe Waldberge, im Tale Wiesen. Wetter schön.

8. VIII.

Marburg 8. VIII.
7°° Vorm. Reizendes Lahntal. Stimmung der Mannschaft ausgezeichnet.
Anschrift an den Wagen:
Die Russen sind alle Verbrecher,
Ihr Herz ist ein schwarzes Loch,
Die Franzosen sind auch nicht besser,
Aber Dresche kriegen sie doch!

Wetzlar, Weilburg, Selters, Fachingen, Nassau. Hier Nachricht, dass in Coblenz die ersten gefangenen Franzosen sind. Fahrt im Tale immer schöner. Verteilung von Pastillen. Grosser Jubel.
4° Nachm. Rheinübergang. Ein herrlicher erhebender Eindruck. Brücke besetzt M.G. 4²° Abfahrt Richtung Trier. Halt, müssen warten bis I./181 weg ist. Fahrt an der Mosel, hohe Felsenhänge mit Wein bepflanzt. Cochem, Tunnel 9 Minuten Fahrt. Sturm auf Lüttich soll 5000 Mann gekostet haben. Feind 10000?

7. VIII. -14

Vater auf dem Bahnhof. Eichenzweig für Marie. Fahre zusammen mit Oberstl. v. W., R., Franz B., Verpflegungsoffizier. Fahrt über Riesa, Engelsdorf, Leutzsch, Corbetha, Weissenfels. Dort rotes Kreuz in Tätigkeit. Ausgabe von Liebesgaben. Saaletal, Naumburg, Weimar, auf Bahnhof dort Frau von Wi., Tante von Berti We. Erfurt, Neuditendorf. Transport 139er Rudi B.
Sonntag Nachmittag 5° Appel mit Franzosen Burg Gleichen. Gotha, Tröttstedt. 9° Abends Eisenach. Amtliche Nachricht dass Lüttich genommen. Grosser Jubel. Schlafen dann ausgezeichnet.