Curt, Tagebuch
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16. VIII.

Am 16. Sonntag Rasttag in Nieder Besslingen. Wetter kühl, etwas Regen. Kompagnie Montbé 8 abgeschickt nach Ulflingen, da sich die Bewohner bewaffnet haben sollen. Kehrt mit Waffen zurück. Leute dort sehr friedlich. Ging heute Nachmittag zu den Fliegern bei Oberbesslingen. 6 Fahrzeuge, 2 Desdner Autobusse da, ebenso 2 Lastwagen von Prée, einer als Werkstatt, der andere als Sanitätswagen. Gab mir viel Spass die grünen Wagen, mit denen man in Dresden spazieren fuhr, hier im Felde wiederzusehen. –
W.s Geburtstag wird gefeiert. Nachmittag ein Skat. 1/2 7° esse ich mit ihm und dem Stab. Lendenbeefsteak, knüppelhart, da Ochse erst am Morgen geschlachtet war, Salzkartoffeln und grünen Salat! Auf dem weiss gedeckten Tisch eine blaue Glasvase mit Blumen: Kamille, Klee, Kartoffelblüten, Kresse. Das einzige was aufzutreiben war. Die Bauern haben nicht solche Höfe, wie in Sachsen, auch keine Blumen. Sie treiben lediglich Viehzucht, mit dem hierzu nötigen Ackerbau. Als Überraschung hat der Doktor R. 3 Flaschen Sekt aufgetrieben. Grosser Jubel. Die Mannschaften singen vorm Haus am Misthaufen, sehr hübsch, 12. Kompagnie. Der Doktor R. ist Civilarzt aus Freiberg und hat auch Frau v. E. behandelt.
Abends 2. Brief vom 10. von Marie, mit der Mitteilung vom Gardinenbrand. Wird wohl nicht schlimm gewesen sein. Immerhin ist es gut, dass man versichert ist.
Morgen erwarten wir den Vormarsch nach Belgien. Hoffentlich kommen wir bald weiter, es wird sonst langweilig. Abends Nachricht trifft ein, dass 3. Komp. Jäger 12 eine feindliche Schwadron vernichtet hat, Rest 20 Mann gefangen. Was wohl die Flotte macht? Hier hört man natürlich nichts.

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